Landesfeuerwehrverband Hessen |
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Unwetterwarnungen des DWD... |
In vorderster Reihe den Nachbarn geholfen
Die hessischen Feuerwehren standen mit in der ersten Reihe, als es sich darum drehte, die Bedrohung durch die nahende Hochwasserwelle abzuwenden und zu mindern oder den entstandenen Schaden zu beseitigen. Sie waren damit in eine Welle der Hilfsbereitschaft der deutschen Feuerwehren eingebunden, wie niemals zuvor seit der deutschen Wiedervereinigung erforderlich war. Wenn die vielzitierte Aussage von Willi Brandt »Hier wächst zusammen, was zusammengehört« einen Beweis gebraucht hätte, dann wurde er während dieser Wochen der Naturkatastrophe erbracht.
Die ersten Hilfeersuchen kam »auf dem kleinen Dienstweg« zustande, als sich befreundete Feuerwehren anriefen. Doch spätestens dann, als die Flutwelle über Dresden hinwegrollte wurde die Hilfeleistung auf Ebene der Innenministerien koordiniert. So machten sich auch zahlreiche Freiwillige und Berufsfeuerwehren aus den »alten« Bundesländern auf den Weg, um nachbarschaftliche Hilfe - vor allem in Sachsen und Sachsen-Anhalt - zu leisten. Sie boten gemeinsam mit der Bundeswehr, der Polizei, dem Technischen Hilfswerk, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft und den Sanitätsorganisationen unzählige Helfer auf, die Deiche sicherten, technische Hilfe leisteten oder schließlich die Keller und Tiefgaragen auspumpten. Hessens Innenminister Volker Bouffier dankte schon in den ersten Tagen den hessischen Einsatzkräften für die spontane Hilfsbereitschaft: »Das ist ein Einsatz, der weit über das normale Engagement hinausgeht«. In der ersten Phase rückte die Berufsfeuerwehr Frankfurt mit Freiwilligen Feuerwehren aus Butzbach, Mühlheim am Main und Hainburg nach Dresden aus. Diese erhielten anschliessend Verstärkung von den Feuerwehren aus Stadt und Landkreis Fulda sowie der Berufsfeuerwehr Wiesbaden. Aus Wiesbaden engagierte sich auch die Werksfeuerwehr Infraserv mit einer Hochleistungspumpe. Die Berufsfeuerwehren Darmstadt, Offenbach, Gießen und Kassel sowie die Freiwilligen Feuerwehren des Schwalm-Eder-Kreises und des Landkreises Werra-Meißner stellen anschließend Ablösekräfte für die bereits dort tätigen hessischen Feuerwehren bereit. Mit dem Voranschreiten des Hochwasserscheitels verlagerten sich die Aktivitäten zunehmend von Sachsen in das benachbarte Sachsen-Anhalt. Hier lag der Schwerpunkt hessischer Feuerwehren im Raum Dessau.
Am Sonntag, dem 18. August 2002 besuchte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, Ralf Ackermann, gemeinsam mir Innenstaatssekretär Udo Corts die Einsatzkräfte vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt waren vorwiegend südhessische Käfte rund um die Bauhausstadt damit beschäftigt, die Deiche zu verstärken. "Rund 2000 Helfer aus Hessen leisten hier mit großem Engagement und bis zur körperlichen Erschöpfung Hilfe gegen die Fluten. Die Hilfsbereitschaft der Männer und Frauen hat mich tief beeindruckt", sagte Innenstaatssekretär Udo Corts damals. Die Betroffenen vor Ort zeigten sich äußerst dankbar über die Hilfe, wie die Feuerwehrleute gegenüber den Besuchern aus "der Heimat". Verbandspräsident Ackermann stellte ebenfalls den effektiven Einsatz der Kräfte aus seinem Bundesland heraus und dankte den Frauen und Männern vor Ort.
Für die hessischen Freiwilligen Feuerwehren zog einer der Einsatzleiter, Kreisbrandinspektor Marcus Staubach aus dem Kreis Groß-Gerau, zwei Tage später ebenfalls ein positives Resümee. Die in der Nähe der Kläranlage eingesetzten 130 Helfer aus sechs südhessischen Landkreisen konnten den Schutzdamm soweit erhöhen und verstärken, dass der Scheitelpunkt der Flutwelle in der Nacht von Montag auf Dienst keine größeren Schäden anrichten konnte. »Wir haben an mehreren Tagen mit eigener Power den Deich verstärkt und gehalten«, sagte er und sieht darin auch eine Bestätigung für das große Know-how seiner Kräfte. Denn darunter waren auch zahlreiche Feuerwehrleute aus dem hessischen Ried, die über entsprechende Erfahrungen bei Rheinhochwasser verfügen.
Der Leiter der Berufsfeuerwehr Dessau, Roland Schneider, bilanziert eine positive Zusammenarbeit mit den Feuerwehren aus den Nachbarbundesländern. »Wir hatten ein hervorragendes kameradschaftliches Verhältnis zu den Feuerwehrleuten, mit denen wir zusammen gearbeitet haben«, schließt er seinen Dank für den überregionalen Einsatz ab. Am Ende des Einsatzes bilanzierte der Landesfeuerwehrverband Hessen, dass rund 2500 Frauen und Männer aus seinem Bundesland überregionale Hilfe geleistet hatten. von Günter Fenchel
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